Test: Hoka One One Mafate Speed 2

Nach dem Speedgoat letztes Jahr ist der Mafate Speed 2 der zweite Trailschuh, den ich von Hoka testen durfte. Das Update des Vorgängermodells ist zwar nicht unbedingt als Winterschuh gedacht, musste aber nach einigen Läufen im Spätherbst auch auf Schnee beweisen, was er kann und hat dabei nicht enttäuscht.

Anmerkung: Diese Schuhe wurden mir vom Hersteller für den Test zur Verfügung gestellt.

Wie bei allen Hokas fällt natürlich zuerst das typische Design auf. Hinter der dicken Sohle vermutet man nicht das Leichtgewicht, das der Mafate Speed 2 ist. Gerade mal 314 Gramm bringt ein Schuh bei Größe 10,5 auf die Waage. Der Vorderschuh ist recht eng gewebt und teilweise mit einer Kunststoffschicht überzogen. Sand kann so über den Vorderfuß nicht eindringen. Auch wenn ich viel im Schnee gelaufen bin, wasserdicht ist der Schuh aber nicht. Bei Matsch wird man daher erst nasse und dann kalte Füße bekommen. Wobei das Wasser von oben eindringt und nicht von unten durch die Schlitze, wie man vermuten würde. Die Sohle ist stark profiliert, die Sprengung beträgt 4 mm. Wie beim Freerideskiern spricht Hoka von Rockern und meint damit, dass der Mafate Speed 2 stark vorgebogen ist. Entsprechend gut rollt der Schuh ab und ist auf langen Strecken angenehm zu laufen.

Der Schaft ist relativ eng und für meinen eher schmalen Fuß ideal. Die Polsterung im Oberschuh ist perfekt und auch die Zunge drückt nicht. Bei den Schnürsenkeln verwendet Hoka Standardware, die zwar ein wenig Wasser saugen kann, dafür aber sicher hält und ohne zusätzlichen Sicherheitsknoten auskommt. Die Zehenbox ist relativ weit und auch mein kleiner Zeh fühlte sich nicht eingeengt.

Mit der EVA-Sohle fühlt man sich in jedem Gelände wohl. Wie bei jedem Schuh muss man gelegentlich spitze Steinchen aus der Sohle operieren. Auf schlammigen Untergrund und auf Schnee hat der Mafate Speed 2 super Grip und selbst auf der Straße läuft er sich angenehm. Sicherlich hat man nicht diesen direkten Bodenkontakt, den meinetwegen der X-King von adidas vermittelt, doch fühlte ich mich auch auf Singletrails und in Gefällstücken nicht unsicher. Zugegebenerweise bin ich aber schon länger mit Hokas unterwegs und weiß, was ich dem Schuh zumuten kann. Der „Hoka-Anfänger“ braucht sicher eine gewisse Umstellungszeit, bis er sich im schweren Gelände wohl fühlt.

Auch beim Intervalltraining kam ich sehr gut zurecht, lediglich wenn die Bodenkontaktzeit bei hohem Tempo zu kurz wurde (< 3:20 min/km), dann wünschte ich mir ein wenig mehr Dynamik. Aber sollte ich beim Zielsprint am Ende eines Trails noch zu solchen Geschwindigkeiten fähig sein, dann hab ich wohl voher schon was verkehrt gemacht.

Fazit: Nach gut 100 Kilometern finde ich meinen ersten Eindruck bestätigt. Der Hoka One One Mafate Speed 2 ist ein sehr gut gelungener Schuh für mittlere bis lange Trails. Er trägt sich fast wie ein Hausschuh, kommt mit jedem Gelände gut zurecht und überbrückt auch längere Teerstücke bei Ultras ohne Probleme. Aber wie bei allen Hokas gilt: Ist man vorher nur andere Marken gelaufen, braucht man einige Kilometer, bis man das besondere Hoka-Gefühl verinnerlicht hat.

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