Geplante Obsoleszenz
oder einfach nur beim Material gespart?

oder, wie man als Kunde im Gewährleistungsfall behandelt wird.

Wenn an einem einzigen Skitourenwochenende bei zwei Leuten das baugleiche Skifell an der gleichen Stelle kaputt geht, dann ist das schon ein wenig sonderbar. Die Defekte waren zum Glück nicht so schlimm, dass wir die Touren hätten abbrechen müssen, doch im Nachgang zeigt sich dann halt was Hersteller, bzw. Händler wirklich taugen.

Das Fell K2 Backup für meinen K2 Wayback, bzw. im andern Fall für den K2 Talkback ist an sich genial konstruiert. Die Nase am vorderen Ende wird durch ein passendes Loch im Ski gesteckt und dadurch im vorderen Bereich super fixiert. Selbst bei mehrmaligen Auf- und Abfellen an einem langen Tourentag habe ich nie zu viel Schnee zwischen Belag und Fell bekommen, als dass die Teile nicht mehr halten würden. Und auch das ewige Verrutschen der Metallbügel, wie ich es von den Kollegen mit Kohla oder Colltex kenne, gab es bei mir nie. Das hintere Ende wird mit einem Gummizug über das Skiende gezogen und auf der Oberseite in ein zweites Loch eingehängt. Das Fell hält super, lediglich habe ich festgestellt, dass ich immer der Erste war, bei dem der Ski aufgestollt hat, wenn der Schnee in der Wärme nass wurde. Rund 50 Skitourentage hat mein Fell auch keinen neuen Kleber gebraucht und funktionierte meist zuverlässig. Bis eben zu dem Augenblick, wo ich am Skidepot der Dreiländerspitze abfellen wollte. Plötzlich hatte ich die hintere Gummifixierung in der Hand, während das Fell noch am Ski hing. Diese Lasche war angeklebt und mit einem leichten Nähfaden angenäht. Die Fäden sind im Laufe der Zeit gerissen, was mich allerdings nicht wundert, wo ich jetzt die Qualität des verwendeten Garns sehe. Für den nächsten Tag habe ich mir dann mit Tape beholfen. Am Skidepot dann das gleiche Spiel wie tags zuvor an einem anderen Ski.

Defektes Skitourenfell K2-Backup Defektes Skitourenfell K2-Backup

Ski und Felle habe ich bei einem großen Onlinehändler in Penzberg gekauft. Da die Felle noch keine zwei Jahre als sind, dachte ich mir zu Hause, da reklamiere ich mal. Den Umweg über den Händler wollte ich mir sparen, schrieb so erstmal K2 direkt an und schickte Fotos mit, auf denen man den Fehler leicht erkennen konnte. Vom Hersteller wurde ich dann ganz schnell abgefertigt und an den Händler verwiesen. Angeblich dürfe man wegen der gesetzlichen Bestimmungen nicht aktiv werden, was natürlich Blödsinn ist. Das Verbraucherrecht sagt nur, dass der Händler sich bei Mängeln kümmern muss, aber nicht, dass der Hersteller es nicht darf. Eine zweite Mail wurde mir dann gar nicht mehr beantwortet.

Aber na gut, also an den Händler gewandt. Dort wurde ich dann erstmal telefonisch gefragt, ob ich denn nicht einen Schneider im Umkreis hätte und überhaupt braucht es die hintere Fixierung doch eh nicht. An seinen Fellen hätte er gar keine dran. Das mag schon sein, dass die Felle am Morgen ohne Fixierung halten, aber spätestens beim nächsten Auffellen untertags bei schlechten Bedingungen geht der Zirkus los. Nach ein wenig Diskussion über Gewährleistung und den Sinn von Gummifixierungen sollte ich dann die Felle doch zur Reparatur einschicken, mich aber auf eine Wartezeit von drei Wochen einstellen – danke fürs Gespräch. Repariert habe ich dann beide Felle mit Hilfe der Nähmaschine meiner Mutter doch lieber selbst. Sieht vielleicht nicht so professionell aus, aber dauerte dafür dann statt zwei Wochen auch nur 10 min. Servicewüste Deutschland eben.

Repariertes Skitourenfell K2-Backup Repariertes Skitourenfell K2-Backup

Ich kann übrigens jedem nur raten, mal die Nähte an der hinteren Fixierung anzuschauen. Bei allen K2-Fellen im Freundeskreis sind nämlich durchwegs auch schon Fäden abgerissen.

Ein Kommentar zu “Geplante Obsoleszenz
oder einfach nur beim Material gespart?

  1. Roland Ertl

    Bei mir gestern haargenau das gleiche Problem. Gottseidank hielten die Felle noch. Eindeutiger Materialfehler. Der Garn der da verwendet wird ist ein absoluter Witz.

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