Das war die ISPO 2016

Eines vorab: Die große Neuigkeit habe ich nicht entdeckt, the next big thing lässt weiter auf sich warten. Neben ein paar vereinbarten Terminen war ich daher hauptsächlich unterwegs um ein paar Hersteller aufzusuchen, die in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf sich aufmerksam machen. Der aktuelle Greenpeace-Report hat es wieder aufgezeigt, dass leider noch viel zu viel Hersteller bei der Imprägnierung auf giftige PFCs setzen. Lieber produzieren sie Produkte, die später über den Sondermüll entsorgt werden müssen, statt sich neue Konzepte zu überlegen oder dem Kunden minimale Abstriche bei der Funktionalität zuzumuten. Dass es auch anders geht, zeigen seit Jahren VauDe oder der japanische Textilhersteller Toray.

Bekanntlich findet sich auf der ISPO alles was im Sportsegment gibt, hier daher nur ein paar Teile, die mir besonders aufgefallen sind:

Craft
Craft-ShirtCraft als Primus bei technischer Sportunterwäsche hat sein „CRAFT Active Extreme“ überarbeitet. Das Shirt in der Version 2.0 soll durch die COOLMAX®-AIR Faser und die spezielle Strickstruktur während der Aktivität kühlen und in den Ruhephasen wärmen. Da man im Sommer auch mal in der Dunkelheit läuft, wurde der Schriftzug refklektierend gestaltet.

Interessant auch das Langarmschirt für die Übergangszeit. Der Reissverschluß wurde diagonal gelegt um am Kinn nicht zu stören. Damit die größere Stoffseite aber nun nicht herumflattert wird sie mit einen Minimagnet in Schulternähe fixiert.
Craft Craft

Sherpa Adventure Gear
„Small Brands Can Change the World“ – Idee hinter Sherpa war es, die Bevölkerung in Nepal zu unterstützen. Daher wurde bis zum Erdbeben 2015 auch ausschließlich in Nepal produziert. Leider wurde auch die Produktionsstätte zerstört und so muss ein Teil derzeit in Malaysia genäht werden. Viel wird aber in Dorfgemeinschaften angefertigt, die Mützen sind beispielsweise handgestrickt. Optisch findet man eher natürliche und gedeckte Farben, modisch wird man daher die Teile nicht nach zwei Jahren aussortieren müssen. Eng verknüpft mit der Sherpa ist auch die Paldorje Children’s Foundation, die sich das Ziel gesetzt hat, den Kinder in den entlegenen Dörfern auch eine angemessene Bildung zukommen zu lassen.

Sherpa SherpaSherpa

Pyua
PYUADer Hamburger Hersteller Pyua hat sich die Produktion von nachhaltiger Skikleidung auf die Fahnen geschrieben. Bevor man am Stand überhaupt ein Produkt zu Gesicht bekam, wurde man schon auf die komplette Recylingkette hingewiesen. Die verwendeten Stoffe sind aus recycelten Polyester gefertigt, lediglich Zipper und Knöpfe sind aus Neumaterial. Für die spätere Rücknahme wurde ein Rücknachmesystem aufgebaut und eine Zusammenarbeit mit einem Hamburger Recyclingunternehmen getroffen. Die komplette Wiederverwertung wird so garantiert. Die Produkte richten sich eher an den Skifahrer und Boarder, weniger an Tourengeher oder Alpinisten.
PYUA Recyclingkette

Gregory
Der Skitourenrucksack Targhee von Gregory ist der diesjährige Sieger eines ISPO Awards. Sieht man sich die Details an, merkt man, wieviel Hirnschmalz in dem Rucksack steckt. Die Befestigung der Ski ist perfekt gelöst, einer Lockerung der Gurte bei zu viel Bewegung wurde so vorgebeugt. Für den Helm gibt es eine Aussenaufnahme, die in einem kleinen Fach verschwindet, wenn sie nicht benötigt wird. Die Varianten mit 26 und 32 Liter haben ein Fach für Schaufel, Sonde und Notfallausrüstung. Das Hauptfach erreicht man über den Rücken. Bei der großen Ausführung mit 45 Liter bekommt man noch einen Zugang von oben und eine Deckeltasche. Eine Tasche am Hüftgurt nimmt noch Kamera oder Smartphone auf. Um allen Kunden gerecht zu werden, gibt es das Tragesystem auch in verschiedenen Größen, wodurch dann auch das Volumen des Rucksack leicht variiert. Für mich der perfekte Rucksack für Mehrtagestouren, wenn man auf einen Airbag verzichten mag.

Gregory Targhee Gregory Targhee

Boot Bananas
In der Halle B5 gab es einen Bereich, wo Newcomer auf kleine Ständen ihre Innovationen vorstellen konnten. Boot Banana hatte sicher das verrückteste Produkt zu bieten. Ein Stoffschlauch als Banane genäht soll den Schuh von üblen Gerüchen befreien. Erreicht soll das Ganze durch eine Mischung aus verschiedenen Kräuterölen, Backpulver und mineralischen Komponenten, aber ohne chemische Zusätze.

Boot Bananas

Der letzte Tag der ISPO ist als Besuchstag nicht so zu empfehlen. Zwar haben die Standleute mehr Zeit, da weniger los ist. Dafür sind sie auch nicht mehr so motiviert und gegen 14 Uhr merkte man, wie überall abgebaut wurde. Eine Stunde später war überall nur noch Aufbruchsstimmung zu spüren. Teilweise gab es auch bei großen Aussteller (wie VauDe) nur noch leere Stände zu sehen. Schade.

2 Kommentare zu “Das war die ISPO 2016

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