Bericht: 24h-Lauf in Geisenfeld

Bereits zum vierten Mal war ich nun in Geisenfeld beim 24h-Lauf dabei. Die ersten beiden Mal war ich Gastläufer bei einem Nachbarverein. Vor zwei Jahren organisierte ich dann erstmals eine eigene Mannschaft. Dieses Jahr gab es lediglich einen Wechsel und so traten wir mit dem Team an, mit dem wir beim UTLW in Lam vertreten waren. Zum Modus muss man wissen, dass das Ganze einen Benefizcharakter hat und eine Mannschaft so maximal aus 30 Startern bestehen darf. Um eine Chancengleichheit zwischen Jung und Alt sowie Mann und Frau zu bekommen, gibt es einen Schlüssel, der dies ausgleicht. So erhält man für jede gelaufene Runde zwischen 9 und 13 Punkte. Um das Ganze ein wenig herausfordernder zu gestalten traten wir auch dieses Jahr als „Team Sixpack“ an, sprich mit nur sechs Teilnehmern.

So kamen wir am Freitag um 16 Uhr am Festgelände in Geisenfeld an. Bis wir unser Lager aufgebaut, die überzähligen Bierbänke entsorgt und die drei Feldbetten, nebst Isomatten und Schlafsäcke aufgebaut hatten, näherte sich auch schon der Start. Schnell noch einen Runde zum Einlaufen und um 17 Uhr schickten wir Wolfgang zum ersten Mal auf den kurzen Rundkurs über 1,86 km. Die beiden ersten Stunden teilten wir uns, sprich acht Minuten nach dem Start war ich auch schon dran. Wie geplant absolvierten wir beide acht Runden, bevor wir an Helga und Sabine übergaben. Für mein persönliches Ziel lag ich noch voll im Soll. Keine Runde über acht Minuten wollte ich laufen und augenblicklich konnte ich noch locker Zeiten um die 7:30 abliefern. Sabine und Helga spulten nun jeweils sieben Runden runter, bekamen aber pro Runde 11 Punkte, während Wolfgang nur 10 und ich gar nur 9 Punkte erhielten. Um 21 Uhr übernahmen Roland und Christian die dritte Schicht. Mittlerweile war auch der Beamer aufgebaut worden, der die Zwischenstände anzeigte und zu unserer Überraschung lagen wir in beiden Wertungen auf dem ersten Platz.

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Den Plan für die Nacht hatte ich so gelegt, dass jeder möglichst mal länger Pause machen konnte. Vier Stunden zwischen den Einsätzen bieten nicht viel Zeit für Schlaf, wenn man noch duschen muss und etwas essen möchte. So hatte ich mir nach meiner ersten Schicht gleich mal 6 Stunden Pause eingeplant, doch leider war selbst im ruhigen Auto nicht an Schlaf zu denken. So stand ich dann nach um 1:00 Uhr wieder am Wechsel übernahm mit Helga von Wolfgang und Sabine. Nach uns die Jungs und morgens um 5:00 Uhr durfte ich zusammen mit Wolfgang langsam den Morgen begrüßen. Draußen hatte es empfindliche 6 Grad, doch während der Wartezeit im warmen Zelt lief der Schweiß in dicken Strömen. Als um 7:00 Uhr dann die dritte Schicht endete, war die Freude auf eine Dusche und eine Pause riesig. Noch immer lagen wir in Führung und zwischenzeitlich hatten wir sogar ein Polster von 30 Punkten, was drei Runden entspricht.

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Als ich vom Duschen zurückkam stellte ich verwundert fest, dass Helga gerade aus dem Zelt lief, obwohl doch Christian und Roland an der Reihe waren. Das Rätsel löste sich in Form eines Magen- bzw. Bauchkrampfs von Roland, der nach einer halben Runde keine Luft mehr bekam und gehen musste. Helga sprang kurzfristig ein. Auch Rolands nächster Versuch zwei Stunden später schlug fehl und nun überlegten wir, wie wir die restlichen Stunden zu fünft rumbringen könnten. Für das restliche Viertel war sowieso geplant, dass wir nur noch je eine Stunde, also 3-4 Runden pro Einsatz laufen. Nun würden die Pausen also noch etwas kürzer ausfallen und der Plan gefiel keinem von uns.

Ein etwas verzweifelter Roland versuchte sich in Ursachenforschung und kam auf eine halbwegs sinnvolle Lösung. Die Probleme kamen mit einer frischen Hose, die einen recht engen Gummibund hatte. Sollte es wirklich daran liegen? Ein Versuch war es wert. Und tatsächlich konnte er am Nachmittag mit der alten Hose wieder ins Geschehen eingreifen. Als wäre nichts gewesen lief er seine Runden im gewohnten Tempo – was für ein Glück fur uns.

Um die Spannung für alle zu erhöhen, wurde um 14 Uhr die Anzeigetafel ausgeschaltet. Wir lagen in der Rundenwertung bereits auf Rang 2 und in der Punktewertung lieferten wir uns schon seit drei Stunden ein heißes Kopf an Kopf Rennen mit dem TriTeam aus Geisenfeld. Die letzte Stunde brach an und alle Mannschaften rechneten, wie man noch möglichst viele Runden unterbringen und am meisten Punkte ergattern kann. Die Abschlusseunde durfte dann Helga genießen, wobei wir natürlich die letzten Meter zusammen als Team ins Ziel liefen.

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Nach dem Zielschluß dann nochmal eine heiße Dusche und die Plünderung unseres flüssigen Sixpacks, das wir die letzten 24 Stunden nur anschauen durften. Dazu endlich eine ordentliche Mahlzeit. Die Siegerehrung zog sich dann ein wenig hin, doch die Band auf der Bühne vertrieb uns die Zeit ganz gut. Dass wir in der Rundenwertung noch gut dabei waren wussten wir schon, der zweite Platz war uns nicht mehr zu nehmen. Den sicherten wir uns hinter den „Qualmenden Socken“, die mit 173 Runden ganze drei Runden vor uns waren. In der Punktewertung, die eigentlich die Hauptwertung ist, erreichten wir mit 1688 Punkten hinter dem Tri Team Geisenfeld (1699 Punkte) und erneut den „Qualmenden Socken“ (1693 Punkte) den dritten Platz. Als Mannschaft absolvierten wir 314,8 Kilometer und verbesserten somit unser Ergebnis von 2013 um 25,9 Kilometer!

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Und obwohl uns alle höchsten Respekt zollten, da wir ja in unserem Miniteam den teilnahmestarken Mannschaften Paroli bieten konnten, haben wir fürs nächste Mal beschlossen, die Mannschaft aufzustocken. In einer Sechsermannschaft muss alles passen, denn wenn einer ausfällt ist das nur sehr schwer auszugleichen. Ich für meinen Teil bin auch sehr zufrieden. Bis auf einmal konnte ich alle meine Runden unter 8 Minuten beenden und hatte in Hinblick auf den Marathon in München ein super Training absolviert. Und den Riesenspaß, den wir hatten kann man eh nicht beschreiben.

2 Kommentare zu “Bericht: 24h-Lauf in Geisenfeld

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